B-Tina, das Wuki und der Rest der Welt

Das sind wir

Alleinerziehende Mutter eines Wukis zu sein, ist kein Grund zu jammern! Auch wenn Wuki die Kurzform von "Wutkind" ist, heisst das noch lange nicht, dass bei uns keine Harmonie herrscht! Eine relativ junge Mutter wie B-Tina zu haben ist aber auch nicht immer so lustig!
Umgeben von furztrockenen Nordlichtern befinden wir uns nicht nur mitten in Friesland, sondern ebenso mitten im manchmal etwas wuseligen Alltag!
Einem Alltag in unserer kleinen Welt!

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Tut dies zu meinem Gedächtnis!

Von B-Tina | 17.März 2009

Auch wenn Ostern schon fast vor der Tür steht,  will ich zumindest noch ein bisschen von Weihnachten berichten.  Die letzten Monate habe ich mich ja bekanntermaßen aus gesundheitlichen und zeitlichen Gründen in unserem Blog ziemlich rar gemacht.

Mensch was war ich froh, dass ich Weihnachten nicht wie befürchtet im Krankenhaus liegen musste, also konnten wir die Feiertage in Ruhe mit der Familie in Angriff nehmen.

Auch wenn uns hier in Friesland, der Heimat der Muschelschubser und Strandgutsammler, nachgesagt wird, dass wir gänzlich hinter dem Mond leben, hat es sich über die Jahrhunderte herumgesprochen, dass es Menschen wie Adam und Eva, Moses, Noah und eine gewisse Familie in Nazareth gab.

Ich weiss nicht mehr genau, aber es muss so zur Ära Helmut-Kohl gewesen sein, als wir Nachfahren Störtebeckers offiziell zu Christen wurden und Odin und allen Wikingerikonen entsagen mussten.

Da es wohl Katholiken wie Sand am Meer gab, wurde entschieden, dass die Friesen einheitlich evangelisch werden sollten. Offensichtlich gab es dabei aber einen kleinen Datenbankfehler und so wurden nicht alle Friesen korrekt erfasst.  Das Wuki und ich standen mit unserer Familie auf keiner Liste  und mussten nachsortiert werden.

Da wir als Mädchen auf bunte Farben und Glitzer stehen, entschieden wir uns für den Katholizismus. Nicht nur weil die Kirchen einfach besser dekoriert waren, sondern weil wir dachten, dass die Aufstiegsmöglichkeiten in der katholischen Kirche einfach besser wären. Im Vatikan soll es ja echt nett sein!

Naja, lange Rede kurzer Sinn: Aus der Sache mit dem Vatikan wurde nix! Aber wir gehen immerhin von Zeit zu Zeit in die Kirche, um uns über offene Stellen zu informieren.

So auch Heilig Abend!

Rinn in die Puschen und ab in den Tempel! Das Wuki und ich kuschelten uns in eine Bank und lauschten andächtig, sangen inbrünstig und vermissten ein paar nette Sofakissen zum reinflötzen, als die Stelle kam, an der wir uns Hinknien mussten.

Man muss dazu sagen, dass das Wuki aufgrund wackeliger, schnell mal rausflupsender Kniescheiben eigentlich das ok hat, die Kniefallgeschichte zu ignorieren. Da sie aber deshalb schonmal von einer älteren Dame aus der hinteren Reihe angeranzt wurde, entschied sie sich für die Kniebank und gegen den Rippenknuff ihrer Hinterdame.

So knieten wir nebeneinander. Links neben dem Wuki kniete der “quasi Wuki-Ersatz-Opa”, und rechts neben ihr kniete ich.

El Pastore referierte voller Inbrunst, die Meßdiener bimmelten mit Goldglöckchen (wir mögen lieber Silber), ein Messdiener schwang den Weihrauch und das Wuki???

Das Wuki sackte urplötzlich neben mir zusammen und zog es vor, es sich unter der Sitzbank bequem zu machen.

Der quasi Wuki-Ersatz-Opa und ich reagierten schnell und drappierten das Wuki zunächst auf die Bank, wo sie die offensichtlich in ihrer Lunge eingeklemmte Atemluft mit einem lauten Grunzer loswurde.

Es ist überflüssig zu erwähnen, dass dies in einem Moment geschah, als es in der Kirche gerade mucksmäuschenstill war, oder?

Diesen lauten Stöhner vernahm die Wuki-Oma auf dem Orgelboden, erkannte ihr Enkelkind am Geräusch, und eilte die Treppen herunter um dem quasi Wuki-Ersatz-Opa und mir entgegenzueilen, als wir uns das Wuki unter die Arme geklemmt haben und zum Ausgang schlurften.

Draussen angekommen frappten wir das Wuki gemeinsam mit einigen fleissigen Helfern in das Auto und lagerten ihre Beine hoch, bis das Wuki freudestrahlend, als wäre nix passiert verkündete: ” Alles wieder okeeeehheeee!”

Ja, so war das Heiligabend, und so kam es, dass der Wuki-Opa sich schwer wunderte, wie schnell wir wieder zuhause waren. Und seitdem sind wir uns sicher, dass Weihrauch für Mädchen im Wachstum nicht wirklich das Beste ist und sie dazu neigen, von dem Teufelszeug ohnmächtig zu werden.

Vor allen Dingen dann, wenn sie sich während der Weihrauchschwenkerei darauf konzentrieren so zu knien, dass die Kniescheibe an Ort und Stelle bleibt.

Das war also Wukis erster Filmriss! Aber zumindest kann sie sich noch an die letzten Worte des Pfarres erinnern: “Tut dies zu meinem Gedächtnis!!”

Topics: Das Wuki |

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